Existenzgründungsförderung für Arbeitslose - Neue Ergebnisse für Deutschland

AuthorsCaliendo, M., Steiner, V. and Baumgartner, H.J.
Year2006
ReferenceDIW Wochenbericht Nr.7/2006, Berlin.
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AbstractDie Existenzgründungsförderung für Arbeitlose gewinnt als arbeitsmarktpolitisches Instrument in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Während es im Jahr 1994 nur knapp 37.000 geförderte Gründungen gab, stieg die Zahl bis zum Jahr 2004 auf über 350.000 an. Diese Entwicklung wurde entscheidend durch die Einführung des Existenzgründungszuschusses (Ich-AG) zum 1.1.2003 im Rahmen der Hartz-Reformen begünstigt. Neben dem schon seit längerem bestehenden Überbrückungsgeld stehen nun zwei Förderinstrumente für gründungswillige Arbeitslose zur Verfügung.

Erste Ergebnisse zur Effektivität beider Programme aus einem Evaluationsprojekt für das ehemalige Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit zeigen, dass beide Programme hinsichtlich der Vermeidung einer Rückkehr in die Arbeitslosigkeit als erfolgreich angesehen werden können. Die Teilnehmer beider Programmen haben, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von nicht-geförderten Arbeitslosen, sechzehn Monate nach Beginn der Maßnahmen eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit arbeitslos gemeldet zu sein. Insbesondere für das Überbrückungsgeld kann diese Aussage bereits auf einen ausreichenden Zeitraum nach Beendigung der Förderung basiert werden, während bei der Ich-AG die Förderung teilweise noch andauert und somit erst ein Zwischenfazit möglich ist.

Es zeigt sich auch, dass beide Programme unterschiedliche Personengruppen attrahieren, wobei die Überbrückungsgeldempfänger im Durchschnitt höher qualifiziert sind als Teilnehmer am Existenzgründungszuschuss und diese wiederum besser qualifiziert sind als nicht geförderte Arbeitslose.

Hinsichtlich der durch die Förderungen induzierten zusätzlichen Beschäftigungseffekte zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen beiden Programmen: 90% aller durch einen Existenzgründungszuschuss geförderten Gründer/innen arbeiten zum Untersuchungszeitpunkt nach wie vor ohne Mitarbeiter in der klassischen 1-Personen-Ich-AG. Dagegen haben bereits ca. 30% der durch Überbrückungsgeld geförderten Männer und ca. 22% der Frauen mindestens einen Mitarbeiter.